Die Anne-Sophie Mutter Stiftung verlieh am 3. April 2011 in New York den mit 10.000 Euro dotierten „Aida Stucki Preis“ an den Kontrabassisten Roman Patkoló. Mit dem neu ins Leben gerufenen Förderpreis würdigt die Anne-Sophie Mutter Stiftung herausragende solistische Nachwuchsmusiker, die in besonderer künstlerischer Traditionslinie zur Geigerin und Pädagogin Aida Stucki stehen. „Als erster Preisträger kam kein anderer Musiker als Roman Patkoló in Frage”, sagt Anne-Sophie Mutter. „Seine Musikalität und Virtuosität auf dem Kontrabass sind beispiellos. Er führt dieses Instrument in eine neue Ära.“

Roman Patkoló (links), stolzer Träger des Aida Stucki Preises 2011, mit Anne-Sophie Mutter und Douglas Sheldon (CAMI), amerikanischer Konzertmanager und Mitglied des künstlerischen Beirats der Mutter-Stiftung.
Roman Patkoló, 1982 in Zilina in der Slowakei geboren, begann 1997 sein Studium an der Münchener Musikhochschule, das er 2005 mit dem Meisterklassen-Diplom abschloss. Seit Februar 2005 ist Roman Patkoló stellvertretender Solo-Kontrabassist am Opernhaus Zürich. Im Jahr 2006 begann er seine Unterrichtstätigkeit an der Musikhochschule München, seit 2007 hat er dort eine Professur inne. Als Solist trat Roman Patkoló u.a. in Boston, Indianapolis, Luzern, Basel, St. Petersburg und Moskau auf und konzertierte mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, dem Jeunesses Musicales Weltorchester und dem Münchner Kammerorchester. Mit dem Kontrabass-Quartett "Bassiona Amorosa" feiert er in dieser ungewöhnlichen Besetzung weltweit große Erfolge.
Uraufführungen
Seit 1999 wird Roman Patkoló von der Anne-Sophie Mutter Stiftung gefördert, die zudem das schmale Original-Repertoire für Kontrabass mit mittlerweile drei Kompositionsaufträgen erweitert hat: Sir André Previn schrieb ein Konzert für Violine, Kontrabass und Orchester, das am 19. April 2007 unter der Leitung des Komponisten mit den Solisten Anne-Sophie Mutter und Roman Patkoló mit dem Boston Symphony Orchestra in Boston uraufgeführt wurde (eine Aufnahme davon ist auf CD bei „Deutsche Grammophon“ erschienen). Am 9. März 2011 wird in Hannover erstmals das „ Duo concertante für Violine und Kontrabass“ von Krzysztof Penderecki zu hören sein und am 3. April heben Anne-Sophie Mutter und Roman Patkoló in New York die „Dyade“ von Wolfgang Rihm für Violine und Kontrabass aus der Taufe.
Der Aida Stucki Preis
Der Aida Stucki Preis ist benannt nach der gleichnamigen Schweizer Geigerin und Violinpädagogin. Sie war eine der letzten Studentinnen von Professor Carl Flesch und hat nach ihrer Karriere als Solistin an der Zürcher Hochschule der Künste zwei Generationen von Geigern ausgebildet – und so Fleschs Epoche machende Erkenntnisse in der Zukunft verankert. Ihre berühmteste Schülerin ist Anne-Sophie Mutter: „Aida Stucki ist in jeder Sicht Fixstern für mich, eine unvergleichliche Geigerin, ein edler Mensch und eine fabelhafte Frau.“
Mit dem Förderpeis würdigt die Anne-Sophie Mutter Stiftung herausragende, solistische Nachwuchsstreicher, die in einer starken Traditionslinie zu Aida Stucki und damit der europäischen Spiel- und Ausbildungstradition stehen. Die zukünftige Vergabe des mit 10.000 Euro dotieren Aida Stucki Preises ist nicht an einen bestimmten Turnus gebunden, sondern erfolgt nach Entscheidung der Stiftung.