Bekanntgabe der Preisträger 2019 Praemium Imperiale für Anne-Sophie Mutter

17 Sept 2019 – Der Praemium Imperiale in der Kategorie Musik geht 2019 an Anne-Sophie Mutter. Die Auszeichnung gilt als Nobelpreis der Künste. Für die Geigerin ist dies bereits die zweite renommierte Ehrung in diesem Jahr, nachdem sie im Juni den Polar Musikpreis aus den Händen von Carl XVI. Gustaf, König von Schweden, in Empfang genommen hatte. Der Praemium Imperiale ist mit jeweils 15 Millionen Yen (derzeit rund 128.500 Euro) dotiert. Die feierliche Verleihung findet am 16. Oktober 2019 in Tokio statt.

Den diesjährigen Praemium Imperiale in der Kategorie Malerei bekommt der Südafrikaner William Kentridge. In den Kategorien Skulptur und Architektur werden die britisch-palästinensische Künstlerin Mona Hatoum und das Architektenduo Tod Williams und Billie Tsien aus den USA geehrt. Der japanische Kabuki-Schauspieler Bando Tamasaburo wurde in der Kategorie Theater/Film ausgewählt. Neben den Preisträgern in den fünf Sparten wird der Nachwuchspreis für junge Künstler 2019 an das musikalische Bildungsprogramm Démos aus Frankreich verliehen. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts und internationaler Berater der Japan Art Association, gab heute in Berlin im Musikinstrumenten-Museum die diesjährigen Preisträger bekannt.

Lehmann würdigte die Preisträger im Musikinstrumenten-Museum: „Die ausgewählten Künstler zeichnen sich in ihren jeweiligen Ausdrucksformen durch große Strahlkraft und künstlerische Vielfalt aus. Sie ermöglichen neue Denk- und Erfahrungsprozesse. Ihr Werk beeindruckt durch feinfühlige Wahrnehmung und sie sind stark in ihrer Botschaft. Darin sind sie im Einklang mit der Grundidee des Praemium Imperiale, dass Kunst und künstlerisches Schaffen den kulturellen Dialog über Grenzen und Differenzen hinweg beleben. Das ist in einer Zeit besonders wichtig, in der öffentliche Debatten immer kurzatmiger werden und Fake und Fakten kaum noch unterscheidbar sind. Unsere deutsche Preisträgerin Anne-Sophie Mutter als Geigen-Virtuosin, als Interpretin klassischer und zeitgenössischer Werke und als Mentorin junger Talente drückt es so aus: ‚An der Weiterbildung des Publikums mitzuwirken, unser Verständnis zu erweitern, bei Künstlern ebenso wie beim Publikum, ist unsere schöne und vornehme Pflicht.’“

Seit über drei Jahrzehnten trifft die Japan Art Association jährlich die Auswahl der Preisträger, indem sie sich auf Vorschläge der sechs Nominierungskomitees in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den USA stützt. Diese werden jeweils von einem internationalen Berater geleitet. Sie halten auch jenseits ihrer Landesgrenzen nach bahnbrechenden Künstlern Ausschau, deren Arbeiten einen außergewöhnlichen Beitrag zur Entwicklung der Kultur leisten und deren Schaffen die Welt in besonderem Maße bereichert. Ausgezeichnet werden Lebenswerk, außergewöhnliches Talent, künstlerische Kraft und internationale Bedeutung.

Zu den Preisträgern

Das Werk des international berühmten William Kentridge aus Südafrika umfasst neben Malerei und Zeichnungen auch Skulpturen, Animation, Film, Opern- und Theater-Inszenierungen sowie Installationen und Performances, die er weit ausholend zu medial und szenisch opulenten Collagen zusammensetzt. Zentrale Themen sind Zeit, Veränderung und Erinnerung. In seiner multidisziplinären Kunst verschmelzen Klang, Musik, Tanz und Film über die Grenzen eines Bildes hinaus zu vielschichtigen Szenerien. In ihnen prangert er die Übel von Apartheid, Kolonialismus, Flucht und Vertreibung an.

Mona Hatoum ist eine britisch-palästinensische Künstlerin, deren Werk ebenso stark von politischen Aussagen wie von poetischem Ausdruck geprägt ist. Es ist bewegend, aufrüttelnd und oft auch verstörend, dabei stets unkonventionell und medial vielfältig: Hatoum bewegt sich virtuos in und zwischen Genres wie Installation, Skulptur, Performance, Video, Fotografie und Arbeiten auf Papier. Die vielfach preisgekrönte Künstlerin aus dem libanesischen Beirut lebt in London, ist aber auch Berlin eng verbunden. Ihr Werk ist in bedeutenden Sammlungen weltweit vertreten.

Das US-amerikanische Architektenduo Tod Williams und Billie Tsien arbeitet seit 1977 zusammen. Ihr Studio konzentriert sich auf öffentliche, gemeinnützige Bauwerke wie Schulen, Museen und andere Institutionen in den USA. Sie begreifen die Baukunst als Akt des profunden Optimismus. Ihr Anspruch liegt darin, die Werte des jeweiligen Auftraggebers in architektonischen Ausdrucksformen wiederzugeben. Das Duo möchte seinen Gebäuden Persönlichkeit verleihen, sie mit einer Aura von ‚Zugehörigkeit’ ausstatten und die Menschen mit ihnen überraschen.

Die deutsche Musikerin Anne-Sophie Mutter zählt seit über vier Jahrzehnten zu den weltweit größten Geigen-Virtuosen unserer Zeit. Bereits im Alter von 13 Jahren konzertierte die Solistin auf Einladung von Herbert von Karajan gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern. Seitdem begeistert die viermalige Grammy® Award Gewinnerin an der Seite der besten internationalen Dirigenten und Orchester rund um den Globus mit ihrer brillanten Technik und einem leuchtenden Klang. Für das Voranbringen zeitgenössischer Musik engagiert sich die Ausnahmekünstlerin ebenso wie – in ihrer eigenen Stiftung – für die Entwicklung junger Talente.

In der Welt des Kabuki-Theaters ist der Japaner Bando Tamasaburo bereits heute eine Legende – er gilt als einer der führenden Onnagata-Schauspieler, die in der traditionsreichen Kunstform die weiblichen Rollen übernehmen. Als Meister des Kabuki ist er auch ein Botschafter der japanischen Kultur und Träger des Titels „Lebender Nationalschatz“. Bando Tamasaburo brillierte neben dem Kabuki in zahlreichen Film- und Bühnenproduktionen in Europa und den USA und realisierte internationale Projekte mit berühmten Musikern, Tänzern und Choreografen.

Grant for Young Artists

Ergänzend zum Praemium Imperiale wird jährlich auch der Nachwuchspreis für junge Künstler verliehen, der mit 5 Millionen Yen (derzeit rund 43.000 Euro) dotiert ist. Preisträger 2019 ist Démos, ein musikalisches Bildungsprogramm der Philharmonie de Paris. 2010 gegründet, bietet es Musikunterricht für Kinder aus sozialen Brennpunkten oder ländlichen Gebieten, in denen der Zugang zu klassischer Musik traditionell kaum gefördert wird. Die Kinder erhalten Musikinstrumente als Leihgabe, können drei Jahre lang kostenfreien Unterricht nehmen und werden zu Orchestern zusammengeführt. Dabei wird auch Wert auf emotionale Betreuung und die Förderung der persönlichen Entwicklung gelegt. Démos zeigt, wie die Kraft der Musik das Leben von Kindern verändern kann.

Video-Portraits der Preisträger:
https://www.jaa-pipress.org/ge...
Login: germany4854

2019 Praemium Imperiale Preisträger Bekanntgabe in Berlin

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