DIE
STIPEN-DIATEN
Viola
Hwayoon Lee
Als Brückenbauerin zwischen Kunst und Mensch, zwischen Welten und Generationen hat sich Hwayoon Lee mit warmherzigem Charisma, tiefgründiger Klangfülle und natürlicher Bühnenpräsenz als eine der herausragenden Bratschistinnen ihrer Generation etabliert.
Der narrative Atem der traditionellen koreanischen Vokalkunst Pansori, den sie bereits im Alter von drei Jahren verinnerlichte, bildet das Fundament ihrer unverwechselbaren musikalischen Sprache. Nach Studien bei Sang-Jin Kim und Rainer Moog vertiefte sie ihre Ausbildung an der Kronberg Academy bei Nobuko Imai und schloss ihr Konzertexamen an der Universität der Künste Berlin bei Hartmut Rohde ab. Durch die seit 2011 bestehende, enge Mentorenschaft von Anne-Sophie Mutter konzertiert sie als Solobratschistin und Stimmführerin der Mutter’s Virtuosi weltweit auf bedeutenden Podien.
Einen unvergesslichen Meilenstein ihrer künstlerischen Entwicklung markierten dabei gemeinsame Aufführungen von Mozarts Sinfonia Concertante an der Seite von Anne-Sophie Mutter mit den Bamberger Symphonikern unter Manfred Honeck.
Copyright Foto: Van Gogh Museum-J.Draper
Als Solistin konzertierte sie unter anderem mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
(RSB) und den Stuttgarter Philharmonikern; Einladungen renommierter Festivals führten sie unter anderem nach Luzern und Marlboro. Ihr Wirken im Rahmen internationaler Kulturdiplomatie umfasst Auftritte im UN-Hauptquartier in New York sowie beim offiziellen PyeongChang-Galakonzert im Wiener Musikverein.
Besondere Akzente setzt sie zudem im zeitgenössischen Repertoire und spartenübergreifenden Projekten: Sie brachte das Bratschenkonzert Earth Poem von Shin-uh Lee zur Uraufführung und zeichnete für die europäische Erstaufführung von deren Moon Jar Poem verantwortlich. Ausgehend von der Einspielung des Werks Red Cliff initiierte sie interdisziplinäre Formate an der Schnittstelle von Musik und bildender Kunst, die unter anderem im Van Gogh Museum Amsterdam und im Leeum Museum Seoul realisiert wurden. Derzeit widmet sie sich intensiv dem Streichquartett Kinderszenen von Yie-eun Chun, einem Auftragswerk der Anne-Sophie Mutter Stiftung.
Ihre Diskografie umfasst gefeierte Einspielungen bei Deutsche Grammophon – darunter Schuberts Forellenquintett (an der Seite von Anne-Sophie Mutter und Daniil Trifonov) sowie André Previns Nonett – sowie ein Solo-Album im Rahmen der KBS-Reihe „Young Korean Artists“. Sie ist 1. Preisträgerin des Internationalen Johannes Brahms Wettbewerbs und Trägerin des ersten Grand Prix in der Geschichte des Internationalen Yuri Bashmet Viola Wettbewerbs.
Aus Dankbarkeit für die umfassende Unterstützung der Stiftung engagiert sie sich mit internationalem Weitblick in der Nachwuchsarbeit und Musikvermittlung – sowohl durch regelmäßige Meisterkurse an ihren Ausbildungsstätten, der Yewon School und der Seoul Arts High School, als auch über digitale Plattformen. Seit August 2023 spielt Hwayoon Lee als Leihgabe der Anne-Sophie Mutter Stiftung die Viola „Cheremetev“ von Jean-Baptiste Vuillaume (1865) sowie einen Bogen von Benoit Rolland.
Oktober 2026
