Viola Hwayoon Lee

Technische Virtuosität machte Hwayoon Lee (*1996) schon als Kind in Korea auf der Bratsche großen Spaß, doch dass sie schon mit neun Jahren mit ihrem Lehrer Sang-Jin Kim in Seoul öffentlich Kammermusik spielte, ist vor allem auch auf ihre starke Bühnenpräsenz und künstlerische Sensibilität zurückzuführen. Die entwickelte sie seit ihrem dritten Lebensjahr beim koreanischen Pansori, einer speziellen „Kunst des Erzählens“ in ihren Auftritten mit der Pansori-Meisterin Jung-Hae Oh.

Hwayoon Lee kontaktierte Anne-Sophie Mutter im Jahr 2011 in einem Brief, der zu einer der entscheidenden musikalischen Begegnungen ihres Lebens führen sollte. Mutter und ihre Stiftung ermöglichten der jungen Bratschistin wichtige musikalische Impulse und Erkenntnisse, u.a. bei Studienreisen nach Wien und Bonn. Die Stiftung ermöglichte Hwayoon Lee nach Abschluss ihres Studiums in Seoul ein Aufbaustudium an der Kronberg Akademie bei Nobuko Imai (2017 – 2019) und das Konzertexamen bei Hartmut Rohde (2019-2023) an der Universität der Künste in Berlin. Zahlreiche Preise weisen darauf hin, dass ihr Weg unter den BratschistInnen unserer Zeit ein ganz besonderer ist.

Seit 2012 ist Hwayoon Lee Mitglied des Solisten-Ensembles Mutter’s Virtuosi von Anne-Sophie Mutter. Mit diesem Ensemble unternahm sie zahlreiche Tourneen. Die jüngste Tournee führte sie mit Mutter’s Virtuosi im Januar 2023 von Island über Kanada in die USA sowie im Sommer 2023 in zahlreiche europäische Städte. Gemeinsam mit Anne-Sophie Mutter nahm sie 2017 das „Forellenquintett“ von Schubert auf. 2026 wird sie die „Kinderszenen“ von Yie-eun Chun, ein Auftragswerk der Anne-Sophie Mutter Stiftung, uraufführen.

Hwayoon Lee arbeitet regelmäßig als Solistin mit Orchestern zusammen, so bereits 2014 mit den Bamberger Symphonikern unter Manfred Honeck (Wolfgang Amadeus Mozarts „Sinfonia Concertante“). 2023 hat Hwayoon Lee mit dem Nationalorchester Koreas das Bratschenkonzert „Earth Poem“ (2023) von Shin-uh Lee im Nationaltheater Koreas aufgeführt (Aufzeichnung durch Arte TV Korea). Mit der gleichen Komponistin hatte sie im Dezember 2022 eine Englandtournee mit dem Werk „Moon Jar Poem“ unternommen, u.a. zum Jubiläum der British-Koreanischen Freundschaft in London im Rahmen des Loewe Craft Prize. Im Oktober 2023 spielte sie mit Anne-Sophie Mutter im Schloss Nymphenburg zum Geburtstag des Herzogs Franz von Bayern; im November 2023 trat sie im Van Gogh Museum in Amsterdam auf und gab in der Liederhalle Stuttgart mit dem Pianisten Thomas Hoppe ein privates Rezital. 2023 trat sie ferner beim Seoul Spring Festival, dem Kronberg Academy Festival und dem Crescendo Festival der UdK Berlin auf.

Zum Seoul Spring Festival kehrt sie auch 2024 zurück; ferner tritt sie beim Musik Festival Radebeul und in Schloss Solitude in Stuttgart auf. Im Juni 2024 wird Hwayoon Lee mit dem UdK Orchester unter der Leitung von Hartmut Rohde Alfred Schnittkes „Monolog“ für Viola und Streichensemble aufführen.

Seit August 2023 stellt die Anne-Sophie Mutter Stiftung Hwayoon Lee die berühmte „Cheremetev“-Bratsche zur Verfügung. Diese wurde 1865 in der Pariser Werkstatt von Jean-Baptiste Vuillaume gebaut. Hwayoon Lee spielt einen Bogen von Benoit Rolland, ebenfalls eine Leihgabe der Anne-Sophie Mutter Stiftung.

März 2024

Webseite Lee

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