Ein Resümee des 20. Jahrhunderts – 2000 Back to the Future

Alban Berg

geboren: 9. Februar 1885 in Wien, Österreich gestorben: 24. Dezember 1935 ebd.

Bereits im Alter von 15 Jahren begann der Sohn einer wohlhabenden Familie des Wiener Großbürgertums zu komponieren – zunächst ausschließlich Vokalmusik. Durch Vermittlung seines Bruder konnte Alban Berg zwischen 1904 und 1910 bei Schönberg Komposition studieren und vollendete dabei seine ersten Instrumentalkompositionen. Eine Erbschaft im Jahr 1906 ermöglichte es dem damals 21-Jährigen, sich ganz der kompositorischen Ausbildung zu widmen.

In den letzten Stücken, die Alban Berg unter der Aufsicht von Schönberg schrieb, vollzog er seinen Wechsel zur Atonalität, die für seine spätere Schaffensperiode charakteristisch wurde. Mit den "Bruchstücken aus Wozzeck", einer für konzertante Auftritte überarbeiteten Version von Bergs Oper zu Georg Büchners Woyzeck, gelang Alban Berg 1924 in Frankfurt der Durchbruch. Die Oper "Wozzeck" feierte unter Erich Kleiber 1925 ihre Uraufführung in der Berliner Staatsoper.

Violinkonzert im Andenken eines Engels, 1935 Das Violinkonzert, das Berg wenige Monate vor seinem Tod vollendete trägt starke Züge eines Requiems. Der amerikanische Geiger Louis Krasner gab es in Auftrag. Es bedurfte des tragischen Todes der 18-jährigen Manon Gropius, der Tochter von Alma Mahler-Werfel aus ihrer zweiten Ehe mit dem Architekten Walter Gropius, der Berg so sehr erschütterte, dass er dieses traumatische Erlebnis in seinem Violinkonzert verarbeiten wollte. Es ist dies und nicht nur das Requiem von Malon Gropius, sondern sein eigenes. Berg plante das Violinkonzert als Zwölfton-Komposition. Ein Konzeptionswandel ist aber wohl sehr deutlich in den Bachschen Choralsatz "Es ist genug Herr. Wenn es Dir gefällt, so spanne mich doch aus" aus der Kantate Nr. 60-0 "Ewigkeit und Donner ward zu spüren". Anne-Sophie Mutter: "Dieser Klagegesang ist für mich das anrührendste an diesem wunderbaren Werk, das man auch als eine Art Lebensbeschreibung von Malon Gropius sehen kann." 

Der erste Satz mit seinen volksmusikalischen Elementen, den Kärntner Volksweisen und wienerischen Anklängen, dokumentiert die behütete Jugendzeit Alban Bergs. Nach dem Aufschrei zum Beginn des zweiten Satzes beginnt die Katastrophe des Unentrinnbaren – das Ende des Lebens. Nur der Bachsche Choral, der oft auch in Umkehrfolge in den Bläsern wieder aufgenommen wird, bringt Trost. Am Ende dann darf sich die Seele des Leidenden in einem letzten hymnischen Gesang der Geige gen Himmel befreien.

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