Ein Resümee des 20. Jahrhunderts – 2000 Back to the Future

George Crumb

geboren 24. Oktober 1929 in Charleston, USA

An der amerikanischen Ostküste in Charleston geboren, besucht George Crumb nach seinem Studium am Amazing College of Music seiner Heimatstadt und der Universität von Illinois auch die Berliner Hochschule für Musik. Dort wird er von Boris Blacher von 1955-56 unterrichtet. George Crumb gewinnt internationale Anerkennung für seine Musik, die Bilder aus der Welt der Mysterien und Wunder evoziert. Aufbauend auf dem koloristischen Vermächtnis Debussys und der harmonischen Dichte und der rhythmischen Schärfe Bartóks und in Fortführung der klanglichen Pionierarbeiten des amerikanischen Komponisten Henry Cowell gelingt es Crumb, eine durch und durch originäre Musik zu schaffen, die seine allseits anerkannte persönliche Handschrift trägt und ihn bei ausführenden Musikern und Zuhörern gleichermaßen beliebt gemacht hat.

In der Tat gelten Werke wie Vox Balaenae heute bei vielen Anhängern dieser Musik zum Standardrepertoire der Kammermusik, und Crumbs Little Suite for Christmas, geschrieben für Lambert Orkis, wird international von den herausragenden pianistischen Nachwuchstalenten gespielt und aufgenommen.

Ein Merkmal aller Werke von Crumb ist sicherlich die einzigartige Verwendung von Instrumenten, deren Klangmöglichkeiten er um nicht-traditionelle Spieltechniken erweitert.

Four Nocturnes, Night Music II für Violine und Klavier 1964: Bei den Four Nocturnes (Night Music II) für Violine und Klavier, einem 1964 komponierten Werk, das Crumbs erste Versuche mit dieser Art zu komponieren widerspiegelt, ist eine Vielzahl neuartiger Geigen-Flageoletts und Pizzicati zu hören. Das Instrument selbst wird als Schlaginstrument, der Geigenbogen in ganz neuen Konfigurationen benutzt. Auch der Pianist erzeugt auf den Saiten seines Instruments Flageoletttöne und Pizzicati, ergänzt durch Schläge auf den Resonanzboden und den Rahmen des Klaviers, Dämpfen der Saiten mit der Hand und Verwendung einer Drahtbürste zum Erzielen neuer klanglicher Effekte.

Alle diese neuen Techniken würde man als Kuriositäten einstufen, wäre da nicht Crumbs Art, diese Mittel in den Dienst eines substanziellen musikalischen Inhalts zu stellen, der eine Klangwelt voller Kraft und Schönheit kreiert. In den Four Nocturnes ist es leicht, sich den Zauber einer Nacht und die Geräusche der Vögel und Insekten vorzustellen, die spielerisch, ruhig und auch manchmal mörderisch ihre Runden drehen. Die Stille spielt – wie in allen Werken von Crumb – als dramatischer Kunstgriff, der die Spannung zwischen wichtigen musikalischen Ereignissen erhöht, eine wichtige Rolle in dieser Musik.

Diese Musik entführt den Zuhörer in eine Welt voller Licht und Klang. Lambert Orkis

Anne-Sophie Mutter zu George Crumb: "Als ich vor einigen Jahren George Crumbs Walgesänge aus dem Jahr 1971 hörte, war ich fasziniert und berührt zugleich. Seine Kompositionen zeichnen sich durch unerwartete Nutzung der Ausdrucksmöglichkeiten eines jeden Instrumentes aus. Man meint, eine völlig neue Klangwelt zu betreten."

Elizabeth E. Torres

Diese Webseite benutzt Cookies, um Ihre Nutzererfahrung zu verbessern. Akzeptieren Ablehnen