Weitaus mehr als schönes Spiel – 2005 / 2006 Das Mozart Projekt

Zusammenstellung von Anne-Sophie Mutter Eine Biografie nach Briefen

Mozarts Biografie in einer persönlichen Zusammenstellung von Anne-Sophie Mutter aus Wolfgang Amadeus Mozarts Briefen:

1762

Mozart reist mit Nannerl und seinem Vater nach München, wo sie vor dem Kurfürsten Maximilian spielen. Herzog Clemens von Bayern empfängt die Reisenden gleich zweimal, da er so begeistert von den Kindern ist.

1764

Mozart reist mit seinen Eltern und Nannerl nach Frankreich und Deutschland. Vorspiel in Versaille bei Ludwig XV. Mozart widmet der Königstochter zwei Sonaten (KV 6 und 7). Im Mai lässt sich die englische Königin von dem Achtjährigen zu einer Arie begleiten.

1769

Heimkehr nach Salzburg. Das Jahr in Salzburg verläuft wenig ereignisreich. Mozart wird zum unbesoldeten Konzertmeister der erzbischöflichen Hofmusik ernannt. Leopold Mozart erhält eine Unterstützung von 120 Dukaten zur geplanten Italienreise. Vater und Sohn reisen Ende des Jahres nach Italien. 

1770

Mozart trifft als 14-jähriger den Tschechen Josef Myslivecek das erste Mal. Er wird ein großer Bewunderer von Myslivecek, der in 1762 einige Sinfonien komponierte.

1771

Zweite Reise nach Italien. 

1772

Mozart erhält vom Erzbischof Colloredo einen Jahressold von 150 Gulden für seine Tätigkeit als Konzertmeister. Er hasst Colloredo, der ihn wie einen Diener behandelt. Mozarts Talent wird nicht gefördert.

1773

Umzug in die Getreidegasse. Während seines Aufenthaltes in Wien scheint er sich intensiv mit Werken Haydns beschäftigt zu haben. Es konnte nicht näher untersucht werden, inwieweit sich Mozart auch an die Kompositionen des von ihm sehr verehrten Myslivecek anlehnte. Den Violinkonzerten gemeinsam ist die Dreisätzigkeit nach dem Vorbild von Antonio Vivaldi, dessen Concerto-Form offensichtlich auch das Anschauungsmodell für die Aufteilung in Tutti- und Soloabschnitte ist.

1774

Mozart beginnt mit der Komposition der für München bestimmten Opera buffa „La finta giardiniera“. Leopold Mozart schreibt nach Hause: „…die Leute, die der Probe beigewohnt haben, sagen, noch nie eine so schöne Musik, bei der alle Arien gelungen sind, gehört zu haben. Überall, wohin wir gehen, weiß man schon davon…“ (Dezember 1774) 

Kurz vor Weihnachten hört Mozart im Kärntnerthortheater Haydns Oper „La Fedeltà Premiata“. Später verwendet Mozart den Stil Haydn in seiner Oper „Figaro“ (Akt II, III und IV). Fünf Jahre später verwendet er Haydns Stil bei seiner Oper „Cosi fan tutte“

1775

Mozart komponiert hauptsächlich Kirchenmusik (mit wenig Begeisterung). 

Er komponiert während dieser Zeit die Violinkonzerte KV (207), 211, 216, 218 und 219. Höchstwahrscheinlich hat Mozart diese Werke für sich selbst komponiert. Ganz unumstritten ist diese Theorie jedoch nicht, denn Mozart auch mit dem hervorragenden Geiger Antonio Brunetti befreundet war, der seit 1771 in der Hofkapelle wirkte, 1777 Mozarts Nachfolger als Konzertmeister wurde und die Konzerte nachweislich ebenfalls gespielt hat. Ein Indiz dafür, dass Mozart sich die Konzerte auf den eigenen Leib geschnitten hat, ist vielleicht die Tatsache, dass er auf Verlangen des Kollegen einige Sätze neu komponierte. Für das A-Dur-Konzert KV 219 komponierte Mozart ein zweites Adagio (KV 261) nach, weil das ursprüngliche Brunetti zu studiert vorgekommen war. 

Zwischen seinen Violinkonzerten und manchen Serenaden (KV 185, 203, 204) besteht eine enge Verwandtschaft. Mozart versucht, es dem Publikum in Salzburg recht zu machen. In den Schlusssätzen seiner Konzerte findet man regelmäßig volkstümliche Elemente. Die a-moll-Tuttistellen in KV 219 sind wahrscheinlich Zitat eines Themas, welches Mozart schon in „Le Gelosie del Serraglio“ (KV 109) verwendet hat (komponiert 1772). Damit steht der türkische Charakter dieser Stelle fest. Was aber die musikalisch-thematische Substanz dieser und anderer „alla-turca“-Stellen betrifft, hat Dénes Bartha vor kurzem nachgewiesen, dass ihre Herkunft nicht in der türkischen, sondern in der ungarischen Musik zu finden ist, dass „alla turca“ musikalisch „all ungheres“ bedeutet und beide Bezeichnungen für Musik mit Östlich-Exotischem Kolorit gebraucht werden. 

Die Autographe von KV 207, 211, 216 und 218 sind erhalten und werden derzeit in der Bibliotheka Jagielonska Krakow verwahrt. Das Autograph zu KV 219 befindet sich in der Music Division der Library of Congress in Washington D.C. Die Frage nach der Datierung der Konzerte lässt sich nicht eindeutig beantworten. Nach traditioneller Ansicht sind alle 5 Konzerte in 1775 entstanden.

1777

Nach dem Tiefpunkt in Augsburg reist Mozart mit seiner Mutter nach Mannheim, wo er sich das erste Mal verliebt: in Aloysia Weber. Mozarts Vater protestiert brieflich aus Salzburg gegen evtl. Heiratspläne. In Mannheim wurde Mozart von Cannabich aufgenommen. Er komponiert u. a. KV 296, KV 301-305. Mozart beschäftigt sich intensiv mit der Gattung Violinkonzert. Vermutlich ist er durch seine Bekanntschaft mit Josef Myslivecek angeregt worden. Der Einfluss von Mannheim und Paris ist eindeutig in den konzertanten Werken der Jahre 1778 und 1779 wirksam und bestimmend.

Da in Mannheim die Gattung der Sinfonia Concertante sehr geschätzt wurde, Mozart aber noch über keine solche Komposition im eigentlichen Sinne verfügte, lag es nahe, diejenigen seiner Werke für eine Aufführung ins Auge zu fassen, die dieser Gattung so weit wie möglich entsprachen. In Paris hat Mozart sich dann näher mit der Gattung Sinfonia Concertante 

Leopold Mozart an seinen Sohn: „…was mich zu Zeiten betrübt macht ist, dass ich dich nicht mehr Klavier noch Violine spielen höre, und so oft ich nach Hause gehe, wandelt mir eine kleine Melancholie zu, dann, wann ich mich unserem Haus nähere, glaube ich immer, ich müsse dich Violine spielen hören…“ (Oktober 1777) 

Mozart an seinen Vater: „…hernach speise ich mit meinem Vettern beym Heiligen Kreuz: unter der Tafel wurde Musik gemacht, so schlecht als sie geigen, ist mir die Musik in den Kloster doch lieber, als das Orchester von Augsburg. Ich machte eine Sinfonie, und spielte auf der Violin das Concert ex B von vanhall, mit allgemeinem Applauso…“ (Oktober 1777) 

„…wir machten gleich zu erst die 2 Quintetti von Haydn, …dann spielte ich das Concert in C in B und Eb. (=KV 246, 238, und 271), und dann das Trio (=KV 254) von mir…zu guter letzt spielte ich die letzte Casation aus den B von mir (=KV 287)…“ (Oktober 1777) 

Leopold Mozart an seinen Sohn: „…dass sie bei Abspielung deiner letzten Casation alle groß darein geschauet, wundert mich nicht, du weißt selbst nicht, wie gut du Violin spielst, wenn du nur die Ehre geben und mit Figur, Herzhaftigkeit und Geist spielen willst, so als wärest du der erste Violinspieler in Europa. Du darfst gar nicht nachlässig spielen, aus närrischer Einbildung als glaubte man, du hieltest dich für einen großen Spieler, da manche nicht einmal wissen, dass du die Violin spielest, und du von deiner Kindheit an als Klavierist bekannt bist, woher soll also der Stoff zu dieser Einbildung und Vermutung kommen…“ (Oktober 1777) 

„…Du wirst wohl auf der Violin, so lange du in München warst, dich gar nicht geübt haben? Das wäre mir sehr leid. Brunetti lobt dich nun erschrecklich…“ (Oktober 1777) 

Der Obersthofmeister an den Erzbischof: „…er ist der größte Klavierspieler, den ich in meinem Leben gehört. Bei der Violin hat er Euer Hochf. Gnaden gue Dienste getan, und war ein recht guter Komponist…“ (Oktober 1777) 

1778

Mozart schreibt seinem Vater, dass er mehr Zeit bei den Webers verbringt. Mozart schreibt, wie begeistert er von Aloysias Stimme ist und wie gut sie Klavier spielt. 

Mozart an seinen Vater: Er schreibt: „… sie hat meine schweren Sonaten langsam, aber ohne eine Note zu fehlen prima vista gespielt…“ 

„… ich habe diese bedruckte Familie so lieb, dass ich nichts mehr wünsche, als dass ich sie glücklich machen könnte.“ (Februar 1778) 

Nachschrift der Mutter: „…Aus diesem Brief wirst du ersehen haben, dass, wenn der Wolfgang eine neue Bekanntschaft macht, er gleich Gut und Blut für solche Leute geben wollte…mit einem Wort: Bei anderen Leuten ist er lieber als bei mir…“ (Februar 1778) 

Mozart plant eine Konzertreise mit Aloysia: „…Für ihr singen stehe ich mit meinem Leben, dass sie mir gewiss Ehre macht. Sie hat schon die kurze Zeit von mir viel profitiert….wegen der Aktion ist mir auch nicht bang, wenn das geschieht, so werden wir, Mr. Weber, seine beiden Töchter und ich die Ehre haben, meinen lieben Papa und meine liebe Schwester im Durchreisen auf 14 Tage zu besuchen…Ich kann sagen, dass ich mich völlig freue, wenn ich mit Ihnen nach Salzburg kommen sollte, nur damit sie sie hören…“ (Februar 1778) 

In diesem Brief schreibt Mozart weiter, dass er plant, mit Aloysia auch nach Holland und in die Schweiz zu gehen. Er hofft, dass sein Vater diese Reise fördert. 

Mozarts Vater schreibt seinem Sohn: „…allein dieser Brief, an dem ich meinen Sohn an nichts anderem mehr kenne, als an dem Fehler, dass er allen Leuten immer auf das erste Wort glaubt, sein zu gutes Herz durch Schmeicheleien und gute schöne Wortet jedermann bloßstellt., sich von jedem auf alle ihm gemachten Vorstellungen nach Belieben hin und her lenken lässt…dem Nutzen fremder Leute seinen eigenen Ruhm und Nutzen…aufzuopfern…“ Februar 1778) 

„…In Augsburg hast du auch deine kleinen Scenen gehabt, dich mit meines Bruders Tochter lustig unterhalten, die dir nun auch ihr Portrait schicken musste…In einem Augenblicke kommt die neue Bekanntschaft mit den Webern, nun ist alles vorige vorbei. Jetzt ist die Familie die redlichste christlichste Familie und ihre Tochter ist die Hauptperson des zwischen deiner eigenen und dieser Familie vorzustellenden Trauerspiels…“ (Februar 1778) 

„…so ist es lächerlich, dass du für ihre Aktion gut stehen willst…dein Vorschlag, ich kann kaum schreiben, wenn ich nur daran denken, mit dem Herrn Weber und seinen 2 Töchtern herumzureisen hätte mich fast um den Verstand gebracht. Liebster Sohn, wie kannst du dich von so einem abscheulichen Gedanken auch nur auf eine Stunde einnehmen lassen…“ (Februar 1778) 

Weiter fordert Leopold Mozart seinen Sohn auf, nach Paris zu gehen. Er geht mit keinem Wort auf die Verliebtheit seines Sohnes ein und ist verzweifelt über dessen Naivität: „…Mache dir Ruhm und Geld in Paris, dann kannst du, wenn du Geld hast, nach Italien gehen und alda opern zu schreiben bekommen…“ 

„…jedermann hat recht dass deine Komposition in Paris sehr gefallen wird, und du selbst bist überzeugt, dass du alle Kompositionsarten nachzuahmen im Stande bist. Dass du mit der bewussten Gesellschaft nicht gereiset, ist recht getan…Mein Sohn, in all deinen Sachen bist du hitzig und gähe, du hast von deiner Kindheit an nun deinen ganzen Charakter geändert…Jetzt bis du, wie mir scheint, zu voreilig, jedem in spaßhaftem Ton auf die erste Herausforderung zu antworten…“ 

Mozart antwortet seinem Vater: „…ich habe mir nie etwas anders vorgestellt, als dass sie die Reise mit den Weberischen missbilligen werden, denn ich habe es niemals, bei unseren damaligen Umständen versteht sich, im Sinn gehabt. Aber ich habe mein Ehrenwort gegeben, an Sie zu schreiben…“ 

„…Jetzt hat auch der Vater (Weber) auf mein Anraten mit der Mme Toscani geredet, damit sie seine Tochter in der Aktion instruiert. Es ist alles wahr, was sie von der Weberin gehört haben, ausgenommen eins nicht, nämlich dass sie wie eine Gabrielli singt…ich kann nimmer schreiben für lauter Hunger…“ (Februar 1778) 

„…es gibt Leute, die glauben, es sei unmöglich, ein armes Mädchen zu lieben, ohne schlechte Absichten zu haben…ich werde mir auch zu meiner größten Prostitution etwas zum hacken geben lassen, und werde sehen, dass ich es so prima fista herklempern kann, denn ich bin geborener Holzstapler und kann nichts als ein wenig Klavier klempern...“ (Februar 1778) 

Leopold Mozart schreibt an seinen Sohn: „…wenn ich dem Herrn Weber den Vorschlag machen würde, ich du, deine Schwester und Ms. Weber wollten miteinander eine Reise machen, er sollte sie mir geben, was würde er mir antworten…“ (Februar 1778) 

Mozart an seinen Vater: „…ich hoffe, dass ich künftigen Freitag oder Samstag die Arien bekommen werde…ich wünsche es, denn ich möchte sie der Ms. Weber hier noch vorspielen und vorsingen...“ 

„…als ich sie fertig hatte, so sagte ich zur Ms. Weber, lernen sie die Aria von sich selbst, singen sie sie nach ihrem gusto, dann lassen sie mir sie hören und ich will ihnensagen, was mir gefällt und was mir nicht gefällt…und da sang sie mirs und accompagnierte sich selbst, da habe ich aber gestehen müssen, dass sies accurat so gesungen hat wie ich es gewunschen habe und wie ich es ihr lernen habe wollen…“ (Februar 1778) 

Leopold an seinen Sohn: „so eine Reise ist kein Spaß, wo kein Geld ist, ist auch kein Freund mehr, und wenn du hundert Lektionen umsonst gibst, Sonaten komponierst und alle Nächte, statt wichtigeren Dingen, Sauereien machst…“ (Februar 1778) 

Mozart an seinen Vater: „…nun werde ich eine Sinfonia Concertante machen, für flauto wendling, Oboe, Ramm, Punto Waldhorn und Ritter Fagott…“ (05. April 1778) 

Die Mozarts verlassen Mannheim und reisen nach Paris. Mozart lief von Salon zu Salon, bot Proben seines Könnens und gab schlecht bezahlten Unterricht. Ein bedeutender Erfolg wollte sich nicht einstellen. Es ergaben sich in Paris ähnliche Probleme hinsichtlich der Aufführung seiner Werke wie in Mannheim. Einerseits war Mozart aufs Komponieren für Orchester und Oper und insofern direkt auf Paris orientiert, andererseits strebte er zurück zu Aloysia. Mozart hat Zweifel an der Musikalität der Franzosen. Er hat kein gutes Word für die Franzosen übrig, ist gegen französische Sänger, gegen den französischen Musikgeschmack. Seine ersten sechs Sonaten (301-306) werden in Paris veröffentlicht. Auf den Rat seines Vaters versucht Mozart, seine Werke dem Geschmack der Franzosen anzupassen. 

„…I don’t care about the Parisian applause….“ 

“…die wenigen gescheiten Franzosen die da sind, stehe ich gut dafür, dass sie (die Sinfonie) gefällt; den dummen – da sehe ich kein großes Unglück wenn sie ihnen nicht gefällt – ich habe aber doch Hoffnung, dass die Esel auch etwas darin finden, dass Ihnen gefallen kann…“ (Juni 1778) 

Nach Wochen glückloser Bemühungen schildert Mozart seinem Vater die Situation folgendermaßen: „…sie schreiben mir, dass ich brav Visiten machen werde, um Bekanntschaften zu machen, und die alten wieder zu erneuern, dass ist aber nicht möglich…“ 

Am 03. Juli stirbt Mozarts Mutter. Man vermutet, dass Mozart in der „Andante in C Moll“ seine Trauer über den Tot der verarbeitet. 

Mozart an seinen Vater: „…Meine liebe Mutter ist sehr krank – sie hat sich, wie sie es gewohnt war, adergelassen, und es war auch sehr notwendig, es war ihr auch ganz gut darauf – doch einige Tage danach klagte sie frost…weil es aber immer ärger wurde – sie hart reden konnte, das Gehör verlor, so dass man schreien musste…ich sage deswegen nicht, das meine Mutter sterben wird und sterben muss, dass alle Hoffnung verloren sein – sie kann frisch und gesund werden, aber nur wenn Gott will…“ 

„…Ich habe eine Sinfonie, um das Concert spirituell zu eröffnen, machen müssen. Am Fronleichnams-Tag wurde sie mit allem Aplauso aufgeführt…“ 

Mozart an seinen Freund Joseph Bullinger: „…dies war der traurigste Tag in meinem Leben – dies schreibe ich um 2 Uhr nachts – ich muss es ihnen doch sagen, meine Mutter, meine liebe Mutter ist nicht mehr…ich bin der Meinung, dass sie hat sterben müssen – Gott hat es so haben wolle…ich bitte sie also, bester Freund, erhalten sie mir meinen Vater, sprechen sie ihm Mut zu, dass er es sich nicht gar zu schwer und hart nimmt…“ 

Mozart an seinen Vater: „…ich hoffe, sie werden bereit sein, eine der traurigsten und schmerzhaftesten Nachrichten mit Standhaftigkeit anzuhören….den nemlichen Tag den 3. ist meine Mutter abends um 10 Uhr 21 in Gott selig eingeschlafen…ich habe Schmerzen genug empfunden, habe genug geweint – was nutzte es aber? Ich musste mich also trösten, machen sie es auch so, mein lieber Vater und meine liebe Schwester…“ 

„…sie wissen, dass ich mir nichts mehr wünsche, als einen guten Dienst, gut in Caractère und gut in Geld – es mag sein wo es will – wenn es nur an einem Katholischen Ort ist…“ (09. Juli 1778) 

Der französische Einfluss wird in den Konzerten KV 216 und KV 218 unter anderem an Bezeichnungen und Anlage der Schlusssätze deutlich (Rondeau). Vielleicht hängen mit diesem Einfluss auch die Änderungen zusammen, die Mozart an dem Konzert KV 218 vorgenommen hat. Da Mozart dieses Konzert in Augsburg selbst gespielt hat, hatte er also Notenmaterial bei sich, und vielleicht gilt gerade auch für KV 218, was er dem Vater in dem Brief vom 11. September 1778 aus Paris andeutet: 

„…wenn ich Zeit habe, so arrangiere ich etliche Violin Konzerte noch – mache sie kürzer – dann bei uns in Deutschland ist der lange Geschmack, in der Tat ist es aber besser kurz und gut…“ 

Mozarts Vater hatte für sich selbst und Mozart Wiedereinstellung in Salzburg erreicht. Gegen den Willen des Vaters reist Mozart nach Mannheim und hofft, Aloysia anzutreffen. Die Webers sind bereits in München und Mozart wird von Aloysia zurückgewiesen. Aloysias jüngerer Schwester Konstanze tut Mozart leid. Zwischen den beiden entwickelt sich eine gute Freundschaft. 

Mozart an seinen Vater: „…Nun hatte ich die schönste Gelegenheit, ihm (HerrnRaaff)meine liebe Weberin von ganzem Herzen zu recommandieren – ich brauchte ihm aber nicht viel zu sagen, er war ohnehin schon ganz für sie eingenommen. er versprach mir, dass er, sobald er nach Mannheim kommen wird, ihr Lektion geben, und sich um sie annehmen wird...“ (18. Juli 1778) 

Leopold Mozart an seinen Sohn: „…denn ich glaubte immer du solltest mich eher und mehr als deinen besten Freund als für deinen Vater ansehen; indem hundert Proben hast, dass ich in meinem Leben mehr für dein Glück und Vergnügen, als für das meine besorgt war. Ich glaube, du solltest mich zu Rate ziehen, da ich besser die Sache überdenken und die Wege ausfindig machen kann…und deinen Vater wirst du doch wohl nicht hinwerfen?...“ (27. Juli 1778) 

Mozart an seinen Vater: „…ihr letzter Brief presste mir Tränen der Freunde aus – indem ich dadurch immer mehr ihrer wahren väterlichen Liebe und sorge gänzlich überzeugt wurde. Ich werde mich aus allen Kräften bestreben, ihre väterliche Liebe immer mehr zu verdienen…“ 

„…sondern weil es ganz wieder mein Genie, wieder meine Lebensart ist – sie wissen, dass ich so zu sagen in der Musik stecke, dass ich den ganzen Tag damit umgehe, dass ich gern spekuliere, studiere, überlege…ich kann nicht anders, ich muss eine grosse Opera oder gar keine schreiben, schreibe ich eine kleine, so bekomme ich wenig…wenn ich aber eine große opera schreibe, so ist die Bezahlung besser…“ (31. Juli 1778) 

Leopold Mozart an Fürstbischof Graf von Spaur: „…nun ist mein Sohn in Paris bei dem … gesandten Herrn Baron von Grimm unserem alten wahren Freund. Die abscheulichen tyrannischen Umstände die meinen Sohn gezwungen haben, sein Vaterland zu verlassen habe ich euer fürstl. Gnade nicht berichten wollen, es war den 23. September des vorigen Jahres, da ich sehr an einer Brustkrankheit unbässlich war, und doch den Schmerzen aushalten musste, meine Frau und meinen Sohn abreisen zu sehen. Eine Familie musste zerrissen werden…“ (31. Juli 1778) 

Mozart an Joseph Bullinger: „…dass Salzburg kein Ort für mein Talent ist. Erstens sind die Leute von der Musik in keinem Ansehen und zweitens hört man nichts, es ist kein Theater da, keine opera. Wenn man auch wirklich eine spielen wollte, wer würde singen…die grausamen Franzosen sind nun Ursache, dass die Musik ohne Kapellmeister ist…“ (07. August 1778) 

Leopold Mozart an seinen Sohn: „…Wäre ich an deiner Stelle, so würde ich jetzt etwas vorarbeiten und dann auch alles mögliche anwenden um ein opera zu bekommen…lasse es nicht bei den leeren Worten, dass du deine Sonaten für 15 Louisd’or hingeben willst, gebe sie hin, und mache dass sie bald graviert werden…“ (21. August 1778) 

1779

Nach 16 Monaten Rückkehr nach Salzburg, wo Mozart zum „Hof- und Domorganisten“ ernannt wird. Er erhält dafür 450 Gulden. Zurück in Salzburg entwickelt Mozart eine völlig neue musikalische Sprache. Die drei Sinfonien (Nr. 32, 33, 34) dieser Periode sind alle einzigartig. Mozart orientiert sich am Stil Haydns. Das erste persönliche Treffen mit Haydn findet 1781 in Wien statt. 

Immer Sommer oder Frühherbst ist vermutlich die Sinfonia Concertante in ES für Violine, Viola und Orchester (KV 364) entstanden. Es mag Mozart gereizt haben, diese neue Gattung in Salzburg bekannt zu machen, zumal hier entsprechend gute Instrumentalisten zur Verfügung standen. 

1780

Mozart reist nach München zur Fertigstellung seiner Oper „Idomeneo“. Die ersten Proben finden im Dezember statt. Er selbst beschreibt die Phase, in der diese Oper komponiert hat, als die glücklichste seines Lebens. 

1781

Ende Januar Erstaufführung der Oper „Idomeneo“. Mozart erhält den Auftrag, nach Wien zu fahren (anlässlich der Ernennung des neuen Kaisers Joseph II). Der Erzbischof will seine Musikkapelle vorführen. Mozart wohnt im Deutschen-Ritter-Orden und klagt seinem Vater, dass er beim Essen am Gesindetisch sitzen muss. 

„…Kopf und Hände sind mir so voll von dem dritten Ackte voll, dass es kein Wunder wäre, wenn ich selbst zu einem dritten Ackt würde – der allein kostet mehr Mühe als eine ganze opera…“ (03. Januar 1781) 

„…ich habe nebst vielen anderen kleinen Streitigkeiten einen starken Zank mit dem Graf Seeau wegen den Posaunen gehabt – ich heiss es einen starken Streit, weil ich mit ihm hab müssen grob sein, sonst wär ich nicht ausgekommen…“ (11. Januar 1781) 

Leopold Mozart an Breitkopf & Sohn, Leipzig: „…längst schon wünschte ich, dass sie etwas von meinem Sohne in Druck geben möchte. Sie werden ihn ja doch nicht nach seinen Klavier Sonaten, die er als ein Kind geschrieben hat, beurteilen? Freilich werden sie nicht eine Note von dem, was er seit einigen Jahren geschrieben, gesehen haben, es müssten nur die 6 Sonaten fürs Klavier und eine Violine sein, die er in Paris mit einer Zueignungsschrift an die jetzige Churfürstin von Pfalzbayern gravieren ließ…“ (12. Februar 1781) 

Mozart an seinen Vater: „…ich habe ein charmantes Zimmer in nemlichen Hause wo der Erzbischof logiert…Ceccarelli, Brunetti und meine Wenigkeit sitzen oben, ich habe doch wenigstens die Ehre vor den Köchen zu sitzen…“ (24. März 1781) 

„…wie gerne gäbe ich nicht ein öffentliches Konzert wie es hier der Brauch ist, aber es wird mir nicht erlaubt, das weiß ich gewiss…“ (28. März 1781) 

Mozart muss komponieren und sich zum musizieren bereitstellen, wenn der Erzbischof Colloredo es wünscht. Er komponiert für Brunetti das Rondo für Violine und Orchester KV 373. Am 08. April 1778 wird es in Wien aufgeführt. Es kommt zum Streit mit dem Erzbischof. Mozart wohnt vorübergehend bei den Webers und erbittet den Rücktritt. Er erhält diesen von Graf Arco mit einem Fußtritt. 

Mozart an seinen Vater: „…ich habe ihnen schon letzthin geschrieben, dass mir der Erzbischof ein großes Hindernis ist, denn er ist mir wenigstens 100 Dukaten schade, die ich ganz gewiss durch eine Akademie im Theater machen könnte…Gestern kann ich wohl sagen, dass ich mit dem Wiener Publikum recht zufrieden war…“ 

„…Was glauben sie, wenn ich nun, da mich das Publikum einmal kennt, eine Akademie für mich gäbe, was ich nicht da machen würde? Allein unser Erzbischof erlaubt es nicht, will nicht, dass seine Leute Profit haben sollen, sondern Schaden…Brunetti sagte uns heute bei Tisch, dass der Arco ihm vom Erzbischof aus gesagt hätte, er soll uns sagen, dass wir das Diligencegeld bekommen werden und bis Sonntag abreisen sollten…“ 

„…oh, wie gern würde ich dem Erzbischof eine Nase drehen, dass es eine Freude sein soll…seien sie versichert, dass wenn ich nicht recht gut stehe, und meinen Vorteil nicht recht gut sehe, ich gewiss nicht hier bleibe…“ (04. April 1781) 

„…Heute hatten wir…Akademie. Da wurden 3 Stücke von mir gemacht, versteht sich, Neue. Ein Rondeau zu einem Concert für Brunetti, eine Sonate mit Accompagnement einer Violine (KV 379, Brunetti-Sonate), für mich, welche ich gestern Nacht von 11 Uhr bis 12 Uhr komponiert habe. aber. Damit ich fertig geworden bin, nur die Accompagnement-Stimme für Brunetti geschrieben habe, ich aber meine Partie im Kopf behalten habe…“ (08. April 1781) 

„...ich schreibe das alles nun in der natürlichsten deutschen Sprache, weil es die ganze Welt wissen dar fund soll, dass es der Erzbischof von Salzburg nur ihnen, mein bester Vater, zu verdanken hat, dass er mich nicht gestern auf immer…verloren hat. Gestern war große Akademie bei uns, vermutlich die letzte. Die Akademie ist recht gut ausgefallen und trotz all den Hindernissen seiner erzbischöflichen Gnade habe ich doch ein besseres Orchester gehabt als Brunetti…und das bitte ich sie, mein liebster Vater, dass sie mir erlauben, künftige faste zu Ende Carneval nach Wien zu reisen…denn, nur mit dieser Bedingung gehe ich nach Salzburg…“ (28. April 1781) 

„…nach dieser Beleidigung, nach dieser dreifachen Beleidigung dürfte mir der Erzbischof in eigener Person 1200. FL. Antragen und ich nehme sie nicht, ich bin kein Bursch, kein Bub…“ (19. Mai 1781) 

„…was geht es ihn (Graf Arco) an, wenn ich meine Entlassung haben will? So soll er mit Gründen jemand zureden, oder die Sprache gehen lassen wie sie geht, aber nicht mit Flegel und Bursche herumwerfen, und einen bei der Türe durch einen Tritt im Arsch hinauswerfen…“ (09. Juni 1781) 

„…denn sie, mein Vater, können ohne mindeste Furcht frei sagen, dass sie sich schämen würden, einen Sohn auferzogen zu haben, welcher von einen solchen infamen hundsfut wie der Arco ist sich so gerade zu schimpfen ließe. – und sie könnten alle versichern, dass, wenn ich heute das Glück haben würde ihn zu treffen, ihm so begegnen würde, wie er es verdiene, und dass er sich gewiß sein Lebtag meiner erinnern wird…“ (04. Juli 1781) 

Mozart an seine Schwester: „…wegen etwas neues auf das Klavier will ich dir sagen, dass ich 4 Sonaten in Stich geben werde, da ist diese ex C und B dabei, und die andern 2 nur neu – dann habe ich 3 Arien mit Variationen geschrieben, die könnte ich dir freilich schicken, aber es ist mir nicht die Mühe wert, ich will lieber warten, bis etwas zusammen kommt. ..“ (04. Juli 1781) 

Mozart lässt sich nach dem Bruch mit dem Erzbischof in Wien nieder und erhält einen kaiserlichen Opernauftrag („Die Entführung aus dem Serail“). Er hat intensiveren Kontakt zu Konstanze Weber. 

An seinen Vater: „…ich habe schon längst im Sinne gehabt, von den Weberischen Weg zu ziehen; und es wird auch gewiss geschehen. Dass ich beim Herrn von Auerhammer hätte Wohnen sollen, weiß ich kein Wort davon, das schwöre ich ihnen…“ 

„ich sage noch einmal, dass ich schon längst im Sinn gehabt ein anderes Logis zu nehmen, und das nur wegen dem Geschwätz der Leute. Und mir ist leid, dass ich es, wegen einer albernen Plauderei woran kein wahres Wort ist, zu tun gezwungen bin. Ich möchte doch nur wissen, was gewisse Leute für Freude haben können, ohne allen Grund so im Tage hinein zu reden. Weil ich bei ihnen wohne, so heirate ich die Tochter von verliebt sein war gar nicht die Rede...ich habe gewiss nichts gegen den Ehestand, aber für mich wäre er dermalen ein übel…ich lasse nun unterdessen6 Sonaten steche, der Musikstecher hat schon mit mir gesprochen, sobald sie verkauft sind, dass ich Geld bekomme, so werde ich es ihnen schicken…“ 

„…I am not in love with Konstanze. I fool about and have fun with her, when I have time (which is only in the evening when I dine at home – for in the morning I write in my room and in the afternoon I am seldom at home)…If I were obliged to marry all the girls with whom I’ve had a little fun, I should already have at least 200 wives…” (Juli 1781) 

Leopold Mozart an Breitkopf & Sohn, Leipzig: „…so viel ich weiß, werden 6 Sonaten für Klavier und Violine alda graviert werden, auch hat man ihn ersucht, eine operette, die schon den halben des Septembers solle aufgeführt werden., noch anzunehmen…die der Churfürstin von Pfalzbayern zugeeigneten 6 Sonaten sind vom Herrn Sieber in Paris verlegt…“ (10. August 1781) 

Mozart an seinen Vater: „…aus dem, wie sie mein letztes Schreiben aufgenommen, sehe ich leider, dass sie…mehr dem Geschwätze und Schreiberei anderer Leute trauen als mir und folglich gar kein Vertrauen auf mich setzen…haben sie immer Vertrauen auf mich, denn ich verdiene es…dass sie, mein lieber Vater, noch kein Geld von mir bekommen, ist gewiss meine Schuld nicht, sondern die dermalige üble Saison…aus all ihren Briefen sehe ich, dass sie glauben, dass ich nichts tue als mich hier amüsieren, da betrügen sie sich wohl stark: ich kann wohl sagen, dass ich gar kein Vergnügen habe…“ (September 1781) 

Im Dezember teilt Mozart seinem Vater mit, dass der Konstanze Weber heiraten will. 

„…nun aber wer ist der Gegenstand meiner Liebe? Erschrecken Sie auch da nicht, ich bitte Sie. Doch nicht eine Weberische? Ja, eine Weberische! Aber nicht Josepha, nicht Sophie, sondern Konstanze, die mittelste…Bevor ich Sie von meinem Gewäsche frei mache, muss ich Ihnen doch noch näher mit dem Charakter meiner liebsten Konstanze bekannt machen. Sie ist nicht hässlich, aber auch nicht weniger als schön. Ihre ganze Schönheit besteht in wie kleinen Augen und ich einem schönen Wachstum. Sie hat keinen Witz, aber gesunden Menschenverstand genug, um Ihre Pflichten als Frau und Mutter erfüllen zu können…“ 

„…Ich liebe sie und sie liebt mich von Herzen – sagen sie mir, ob ich mir eine bessere Frau wünschen könnte...“ 

„…und ich zweifele auch gar nicht, dass ich mit künftigen Briefe ihre Einwilligung zu meiner Heirat erhalten werden – sie können gar nichts dawider einzuwenden haben – und haben es auch wirklich nicht. Das zeigen mir ihre Briefe – denn sie ist ein ehrliches, braves Mädchen, von guten Eltern – ich bin im Stande, ihr Brot zu verschaffen. Wir lieben uns und wollen uns…“ (Dezember 1781) 

Zu seinen Wiener Freunden gehört auch die Familie Auerhammer. Der Tochter Josepha gibt Mozart Klavierunterricht. Er widmet ihr außerdem seine erste Wiener Veröffentlichung, die 6 Violinsonaten op. 2, und auch die Sonate in D-Dur (KV 448). 

Mitunter wirkt sich der Konflikt mit dem Erzbischof auch auf die Werke Mozarts aus, die er in dieser Zeit komponiert hat. Dazu zählen die Sonate KV 378 sowie die Sinfonien KV 318, 319 und 338. Im Dezember 1781 werden sechs Sonaten veröffentlicht (KV 376-380, KV 296) 

1782 Erstes Konzert im Wiener Augarten: Mozart spielt mit Josepha Auerhammer sein Konzert für zwei Klaviere (KV 365). Mozart sucht nach einem Engagement um seine Existenz zu sichern. Uraufführung „Die Entführung aus dem Serail“ im Juli. Am 04. August heiratet er Konstanze. 

„…Meine Oper ist gestern allen Nannerln zu Ehren mit allem Applauso das drittemal gegeben worden, und das Theater war wieder, ungeachtet der schrecklichen Hitze, gestrotzt voll…die Leute, kann ich sagen, sind recht närrisch auf diese Oper. Es tut einem doch Wohl, wenn man solchen Beifall erhält...“ 

„…Liebster, bester Vater! Ich muss sie bitten, um alles in der Welt bitten, geben sie mir die Einwilligung, dass ich meine liebe Constanze heiraten kann…Mein Herz ist unruhig, mein Kopf verwirrt, wie kann man da etwas Gescheites denken und arbeiten? Ich erwarte mit Sehnsucht ihre Einwilligung mein bester Vater…“ (Juli 1782) 

„…Wir sind füreinander geschaffen, und Gott, der alles anordnet und folglich auch dieses alles also gefüget hat, wird uns nicht verlassen…Keinem Monarchen der Welt diene ich lieber als dem Kaiser, aber erbetteln will ich keinen Dienst. Ich glaube, soviel imstande zu sein, dass ich jedem Hofe Ehren machen werden. Will mich Deutschland, mein geliebtes Vaterland, worauf ich (wie sie wissen) stolz bin, nicht aufnehmen, so muss in Gottes Namen Frankreich oder England wieder um einen geschickten Deutschen mehr reich werden…“ (August 1782) 

1784

In Gegenwart des Kaiser Joseph II spielt er mit der Geigerin Regina Strinasacchi die für sie komponierte Violon-Klaviersonate B-Dur KV 454 ohne vorherige Probe und mit einem nur fragmentarisch aufgezeichneten Klavierpart. Mozart beschreibt Strinasacchi als eine „sehr gute Violinistin, die einen exzellenten Geschmack und viel Gefühl in ihrem Spiel hat“. Für damalige Sitten leistete sich Regina Strinasacchi Ungeheuerliches, in dem sie öffentlich als Geigerin auftrat. Die Geige gehörte zu den „unschicklichen“ Instrumenten, und Pädagogen, Musiktheoretiker und Kritiker überboten sich in Warnungen, vor dieser offenbar als männlich empfundenen Musiziergeste. In einem venezianischen Konservatorium ausgebildet ging Regina Strinasacchi als 15-jährige auf Reisen und traf 1783 in Wien mit Mozart zusammen. Ohne sich, was dem gängigen Mozartbild entsprechen würde, mit Anzüglichkeiten aufzuhalten, hat Mozart sie offenbar als Kollegin ernst genommen. 

Mozart wird ein enger Begleiter von Joseph II und bewundert ihn sehr. Er wird in die Freimaurer-Loge aufgenommen, für die er mehrere Kompositionen schreibt. 

„…Ich habe zwei große Konzerte geschrieben, und dann ein Quintett für Oboe, Clarinetto, Corno, Fagotto und Pianoforte, welches außerordentlichen Beifall erhalten; ich selbst halte es für das Beste, was ich noch in meinem Leben geschrieben habe…“ (April 1784) 

„…hier haben wir nun die berühmte…Strinasacchi, eine sehr gute Violinspielerin. Sie hat sehr viel Geschmack und Empfindung in ihrem Spiele. Ich schreibe eben an einer Sonate, welche wir Donnerstag im Theater bei ihrer Akademie zusammen spielen werden…“ (24. April 1784) 

1785

Mozart schließt Freundschaft mit Joseph Haydn, für den er 6 Streichquartette schreibt. Im Januar werden in Mozarts Wohnung in Gegenwart von Joseph Haydn drei der Streichquartette aufgeführt, die später Joseph Haydn gewidmet wurden. Haydn ist der einzige Komponist, dem Mozart sich nicht überlegen fühlt, sondern den er aufrichtig verehrt. 

Haydn über Mozart zu Leopold Mozart in einem Brief vom 16. Februar: 

„…ich sage Ihnen vor Gott, als ein ehrlicher Mann, ihr Sohn ist der größte Komponist, den ich von Person und dem Namen nach kenne. Er hat Geschmack und über das die größte Kompositionswissenschaft.“ 

Mozart an Haydn: 

„…To my dear friend Haydn…here, then, celebrated man and my dearest friend, are my six sons. Truly, they are the fruit of a long and laborious effort…you, yourself, dearest friend,…expressed to me your satisfaction with these works…” 

1786

Uraufführung „ Die Hochzeit des Figaro“

1787

Mozarts Vater stirbt in Salzburg. Mozart komponiert im Sommer KV 525 „Die kleine Nachtmusik“ sowie seine letzte große Sonate KV 526 in Wien. Nach dem Tot seines Vaters wird er immer abhängiger von Konstanze. 

Mozart an seinen Vater: „…Da der Tot der wahre Endzweck unseres Lebens ist, so habe ich mich seit ein paar Jahren mit diesem wahren, besten Freunde des Menschen so bekannt gemacht, dass sein Bild nicht allein nichts Schreckendes mehr für mich hat, sondern sehr viel Beruhigendes und Tröstendes! Und ich danke meinem Gott, dass er mir das Glück gegönnt hat, mir die Gelegenheit zu verschaffen, ihn als den Schlüssel zu unserer wahren Glückseligkeit kennen zulernen…“ (April 1787) 

1788

Wiener Erstaufführung „Don Giovanni“. Im Sommer komponiert Mozart innerhalb von nur 10 Wochen seine letzten 3 Symphonien (KV 543, 550, 551 „Jupiter“). Seine finanzielle Lage verschlechtert sich dramatisch. Er komponiert seine letzte Violinsonate KV 547. 

Mozart an den Ordensbruder Michael Puchberg: „…Wenn sie die Liebe und Freundschaft für mich haben wollen, mich auf ein oder zwei Jahre mit ein- oder zweitausend Gulden gegen gebührende Interessen zu unterstützen, so würden sie mir auf Acker und Flug helfen. Sie werden gewiss selbst sicher und wahr finden, dass es übel, ja unmöglich zu leben sein, wenn man von Einnahme zu Einnahme warten muss…“ 

„…Nun sehe ich mit Sehnsucht einer Antwort, aber wirklich einer angenehmen Antwort entgegen – und ich weiß nicht – ich kenne sie einmal als den Mann, der so wie ich, wenn es anders kann seinen Freund, aber wahren Freund, seinen Bruder, aber echten Bruder, gewiss unterstützt. Wenn sie vielleicht sobald nicht eine solche Summe entbehren könnten, so bitte ich Sie, mir wenigstens bis morgen ein paar hundert Gulden zu leihen…“ (Juni 1788) 

1789

Mozarts finanzielle Situation verschlechtert sich weiter. Er schreibt Bettelbriefe an die Freimaurer-Loge. 

1790

Mozart bittet um eine zweite Kapellmeisterstelle: „…Eifer und Ruhm, Liebe zur Tätigkeit und Überzeugung meiner Kenntnisse heißen mich, es zu wagen, um eine zweite Kapellmeisterstelle zu bitten, besonders da der sehr geschickte Kapellmeister Salieri sich nie dem Kirchenstil gewidmet hat, ich aber von Jugend auf mri diesen Stil ganz eigen gemacht habe…“ (Mai 1790) 

1791

Mozart stirbt im Dezember.

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