Biografie Langfassung

2018 Biografie Langfassung

Anne-Sophie Mutter ist ein musikalisches Phänomen: Seit über 40 Jahren konzertiert die Virtuosin weltweit in allen bedeutenden Musikzentren und prägt die Klassikszene als Solistin, Mentorin und Visionärin. Dabei ist die viermalige Grammy® Award Gewinnerin der Aufführung traditioneller Kompositionen genauso verpflichtet wie der Zukunft der Musik.

Sie hat bislang 26 Werke uraufgeführt – Sebastian Currier, Henri Dutilleux, Sofia Gubaidulina, Witold Lutoslawski, Norbert Moret, Krzysztof Penderecki, Sir André Previn, Wolfgang Rihm und John Williams haben für Anne-Sophie Mutter komponiert. Darüber hinaus widmet sie sich zahlreichen Benefizprojekten und der Förderung musikalischen Spitzennachwuchses: Im Herbst 1997 gründete sie den „Freundeskreis Anne-Sophie Mutter Stiftung e.V.“, dem 2008 die Anne-Sophie Mutter Stiftung zur Seite gestellt wurde. Im Rahmen dieser beiden gemeinnützigen Institutionen werden die Stipendiaten nach ihren individuellen Bedürfnissen unterstützt. Und seit 2011 teilt Anne-Sophie Mutter regelmäßig das Rampenlicht mit ihrem Stipendiaten-Ensemble „Mutter’s Virtuosi“.

Anne-Sophie Mutters Konzertkalender 2018 mit Auftritten in Asien, Australien, Europa und Nordamerika spiegelt erneut die musikalische Vielseitigkeit der Violinistin und ihren beispiellosen Rang in der Welt der klassischen Musik: In der Carnegie Hall gibt sie im März die Weltpremiere der André Previn Komposition „The Fifth Season“ für Violine und Klavier. Und im November stellt sie in Berlin erneut musikalisches Neuland vor – mit einem Werk für zwei Violinen der südkoreanischen Komponistin Chin Un-suk. Einen großen thematischen Schwerpunkt stellen über das gesamte Jahr die Violin-Werke von Krzysztof Penderecki dar, der 2018 seinen 85. Geburtstag feiert und mit dem Anne-Sophie Mutter eine langjährige Freundschaft verbindet. Zu Ehren des polnischen Komponisten spielt sie die ihr gewidmeten und von ihr uraufgeführten Werke „Violinkonzert Nr. 2, Metamorphosen“ (UA 1995), die „Sonate für Violine und Klavier Nr. 2“ (UA 2000), das „Duo concertante per violino e contrabbasso“ (UA 2011) sowie „La Follia“ für Solovioline (UA 2013). Am 10. August 2018 erscheint zudem eine Doppel-CD mit allen Werken Pendereckis, die er der Geigerin gewidmet hat, darunter auch ihre Ersteinspielung der „Sonate für Violine und Klavier Nr. 2“.

Konzerte 2018

Mit dem Beethoven-Violinkonzert startet Anne-Sophie Mutter in das Jahr 2018: Die Tournee mit dem Orchestre dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter der Leitung von Sir Antonio Pappano führt sie nach Italien und Deutschland. Dieses herausragende Werk der Violinliteratur hat die Geigerin sowohl mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern als auch mit Kurt Masur und dem New York Philharmonic Orchestra eingespielt.

Recital-Abende in den USA geben den Auftakt zur Penderecki Werkschau: Diese Konzerte führen Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis zudem ins 30. Jahr ihrer musikalischen Partnerschaft. Die berühmte Partita d-Moll von Bach, sowie Brahms-Werke rahmen das spannungsreiche Programm ein. In der Carnegie Hall stellt Anne-Sophie Mutter am 4. März ihrem Publikum zudem musikalisches Neuland vor: „The Fifth Season“ von Sir André Previn, ein gemeinsames Auftragswerk für die Geigerin sowie Carnegie Hall zum 125. Jubiläum des legendären Konzerthauses.

In Pendereckis Heimat folgen weitere Recital-Abende mit seinen Werken sowie dem Scherzo von Brahms aus der romantischen „F-A-E-Sonate“ und der Bach d-Moll Partita. Mutters Partner am Klavier ist auch hier Lambert Orkis. Die Einspielung der beiden mit Beethovens Sonaten für Klavier und Violine wurde beispielsweise mit einem Grammy Award ausgezeichnet und die Aufnahme von Mozarts Sonaten für Klavier und Violine mit dem Preis des französischen Magazins "Le Monde de la Musique".

In Polen führt Anne-Sophie Mutter auch das Beethoven-Violinkonzert auf – mit dem NOSPR Orchestra Katowice unter der Leitung von Cristian Macelaru. 

Im April 2018 konzertiert sie mit einem Mitglied ihres Solisten-Ensembles Mutter’s Virtuosi: In Oxford spielt sie mit dem Cellisten Pablo Ferrández das Brahms Doppelkonzert – Marios Papodopoulos leitet das Oxford Philharmonic Orchestra. Auch dieses Werk hat Anne-Sophie Mutter aufgenommen: 1993 mit António Meneses, den Berliner Philharmonikern und Herbert von Karajan.

Das ihr von Penderecki gewidmete „Violinkonzert Nr. 2, Metamorphosen“ führt sie sowohl mit dem London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Lukas Borowicz wie auch dem Radio Sinfonie Orchester Berlin auf. In der deutschen Hauptstadt dirigiert der Komponist, der auch bei der Einspielung dieses Werkes mit Anne-Sophie Mutter und dem London Symphony Orchestra im Jahr 1997 die musikalische Leitung innehatte. 

Im Mai und Juni schließen sich Recital-Abende in Luxemburg und Deutschland mit Lambert Orkis an. Auf dem Programm: Previns neues Werk „The Fifth Season“, die von ihr beauftragte „Sonate für Violine und Klavier Nr. 2,“ sowie das „Duo concertante per violino e contrabbasso“, eine Auftragskomposition für die Anne-Sophie Mutter Stiftung. Hier hat der herausragende Kontrabassist und ehemalige Stipendiat der Stiftung, Roman Patkoló, einst die Initialzündung gegeben. Die Partita d-Moll von Bach sowie die Mozart Violinsonate KV 304 kontrastieren den Penderecki-Schwerpunkt. 

In Australien gastiert Anne-Sophie Mutter beim Sydney Symphony Orchestra unter der Leitung von David Robertson sowie dem Melbourne Symphony Orchestra, dirigiert von Sir Andrew Davis. Sie spielt John Williams’„Markings“ für Solovioline, Streicher und Harfe, das der Komponist ihr gewidmet hat und das sie am 16. Juli 2017 gemeinsam mit dem Boston Symphony Orchestra unter Andris Nelsons in Tanglewood uraufführte. In Australien ist „Markings“ dann erstmals zu hören. Bei diesen Konzerten im Juni 2018 führt sie zudem das Tschaikowski Violinkonzert auf. Dieses Werk hat die Künstlerin zweimal aufgenommen: 1988 mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan sowie 2004 mit den Wiener Philharmonikern und Sir André Previn. 

Im September folgt ein Benefizkonzert, das Anne-Sophie Mutter in Berlin gemeinsam mit Daniel Barenboim am Klavier bestreitet. Der Erlös des Recitals zum Jubiläum der Konzertdirektion Adler kommt jeweils zur Hälfte der Barenboim-Stiftung sowie der Anne-Sophie Mutter Stiftung zugute. 

Mit dem Spanischen Nationalorchester unter der Leitung von Christoph Eschenbach spielt Anne-Sophie Mutter in Madrid John Williams’ „Markings“ und das Brahms Violinkonzert. Auch dieses Werk hat die Künstlerin zweimal aufgenommen – sowohl mit Herbert von Karajan als auch mit Kurt Masur.

Am 23. November feiert Krzysztof Penderecki seinen 85. Geburtstag – und dirigiert in Warschau die Aufführung seines „Violinkonzert Nr. 2, Metamorphosen“ mit Anne-Sophie Mutter. Im Anschluss an dieses Geburtstagskonzert konzertieren Penderecki und Mutter mit dem Royal Scottish National Orchestra in Schottland.

Diskografie

Für ihre zahlreichen Plattenaufnahmen erhielt Anne-Sophie Mutter unter anderem vier Grammies®, neun Auszeichnungen mit dem Echo Klassik, den Deutschen Schallplattenpreis, den Record Academy Prize, den Grand Prix du Disque und den Internationalen Schallplattenpreis. 

Anlässlich Wolfgang Amadeus Mozarts 250. Geburtstag legte Anne-Sophie Mutter 2006 neue Aufnahmen mit Werken sämtlicher wichtiger Kompositionen Mozarts für Violine vor. Im September 2008 erschien ihre Einspielung des Gubaidulina Violinkonzertes „In tempus praesens“ sowie der Bach Violinkonzerte in a-Moll und E-Dur. Zum Mendelssohn Gedenkjahr 2009 würdigte Anne-Sophie Mutter den Komponisten mit einer sehr persönlichen Hommage, bei der sich Solo-Konzertrepertoire und Kammermusik auf CD und DVD vereinen: Die Violinsonate in F-Dur von 1838, das ein Jahr später vollendete Klaviertrio in d-Moll und das Violinkonzert e-Moll von 1845. Im März 2010 erschien Anne-Sophie Mutters Einspielung der Brahms Violinsonaten mit Lambert Orkis.

Zum 35-jährigen Bühnenjubiläum im Jahr 2011 legte die Deutsche Grammophon eine umfassende Box mit sämtlichen DG-Einspielungen der Künstlerin, umfangreichen Dokumentationen und bisher unveröffentlichten Raritäten auf. Zeitgleich erschien ein Album mit den Weltersteinspielungen von Werken, die Wolfgang Rihm, Sebastian Currier und Krzysztof Penderecki der Geigerin gewidmet haben. Im Oktober 2013 veröffentliche Anne-Sophie Mutter ihre Ersteinpielung des Dvořák Violinkonzertes mit dem Dirigenten Manfred Honeck und den Berliner Philharmonikern. Im Mai 2014 folgte die Doppel-CD von Mutter und Orkis zum 25-jährigen Jubiläum der Zusammenarbeit: „The Silver Album“ mit den Weltersteinspielungen von Pendereckis „La Follia“ und Previns Violinsonate Nr. 2.

Der Live-Mitschnitt „Anne-Sophie Mutter – Live from Yellow Lounge“ ihres Club-Auftritts in Berlin vom Mai 2015 erschien am 28. August 2015 auf CD, Vinyl, DVD und Blu-ray Disc. Dies ist die erste Liveaufnahme aus einer Yellow Lounge überhaupt. Auf dem Podium in der Neuen Heimat Berlin standen neben Anne-Sophie Mutter ihr langjähriger Klavierbegleiter Lambert Orkis sowie „Mutter’s Virtuosi“ und der Cembalist Mahan Esfahani. Das Programm umspannt drei Jahrhunderte klassischer Musik – von Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi bis zu George Gershwin und John Williams – und wurde von Anne-Sophie Mutter eigens für die Club-Abende zusammengestellt.

Um das 40-jährige Bühnenjubiläum der charismatischen Künstlerin gebührend zu würdigen, legte die Deutsche Grammophon die Doppel-CD „Mutterissimo – The Art of Anne-Sophie Mutter“ auf, die im Dezember 2016 erschien. Versammelt sind die Highlights ihrer facettenreichen Diskographie – persönlich ausgewählt von Anne-Sophie Mutter selbst – und primär aus den vergangenen zwei Dekaden ihrer beeindruckenden Karriere.

Im November 2017 brachten Anne-Sophie Mutter und Daniil Trifonov ihr erstes gemeinsames Album heraus, in dessen Mittelpunkt eines der berühmtesten Werke der klassischen Musik steht. Zusammen mit Hwayoon Lee, Maximilian Hornung und Roman Patkoló spielten sie Schuberts Klavierquintett in A-Dur ein, allgemein bekannt als „Forellenquintett“. Auf dem Programm standen außerdem Schuberts Notturno, ein meisterhaftes spätes Werk für Violine, Cello und Klavier, sowie seine Lieder Ständchen und Ave Maria in Arrangements für Violine und Klavier.

Benefizkonzerte

Wichtig ist für Anne-Sophie Mutter auch die Arbeit an medizinischen und sozialen Problemen unserer Zeit. Sie unterstützt diese Anliegen durch regelmäßige Benefizkonzerte. So spielt sie im Jahr 2018 beispielsweise für die Barenboim-Stiftung, die Anne-Sophie Mutter Stiftung, das rumänische Waisenhaus in Viktoriastadt, die  Hanna und Paul Gräb-Stiftung sowie die Renovierung der Kirchenorgel in der Pfarrkiche St. Rupert in Oberaurach (Österreich).

Auszeichnungen

Polen zeichnete Anne-Sophie Mutter im März 2018 mit der Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste in Gold aus. Im Februar 2018 wurde die Geigerin zum Ehrenmitglied der Accademia Nazionale di Santa Cecilia ernannt. Rumänien verlieh Anne-Sophie Mutter im November 2017 den Kulturverdienstorden im Rang eines Großoffiziers; im gleichen Monat ehrte sie Frankreich mit der Verleihung der Insignien eines Kommandeurs im französischen Orden der Künste und der Literatur. Im Dezember 2016 zeichnete sie das spanische Ministerium für Bildung, Kultur und Sport mit der „Medalla de oro al Mérito en las Bellas Artes“ aus. Im Januar 2015 wurde Anne-Sophie Mutter zum Honorary Fellow des Keble College der University of Oxford ernannt. Im Oktober 2013 wurde sie ausländisches Ehrenmitglied der American Academy of Arts & Sciences, nachdem sie im Januar mit dem Orden der Lutoslawski Gesellschaft (Warschau) ausgezeichnet worden war. 2012 verlieh ihr der Atlantic Council den Distinguished Artistic Leadership Award. 2011 erhielt sie den Brahms-Preis sowie für ihr soziales Engagement den Erich-Fromm-Preis und den Gustav-Adolf-Preis. 2010 verlieh ihr die Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens in Trondheim die Ehrendoktorwürde; 2009 wurde sie mit dem Europäischen St. Ullrichs Preis sowie dem Cristobal Gabarron Award ausgezeichnet. 2008 erhielt Anne-Sophie Mutter den internationalen Ernst von Siemens Musikpreis sowie den Leipziger Mendelssohn Preis. 

Die Geigerin ist Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes, des französischen Ordens der Ehrenlegion, des Bayerischen Verdienstordens, des Großen Österreichischen Ehrenzeichens sowie zahlreicher weiterer Auszeichnungen.

Aktualisierung März 2018

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