Biografie Langfassung

2020 Biografie Langfassung

Anne-Sophie Mutter ist ein musikalisches Phänomen: Seit über 40 Jahren konzertiert die Virtuosin weltweit in allen bedeutenden Musikzentren und prägt die Klassikszene als Solistin, Mentorin und Visionärin. Dabei ist die viermalige Grammy® Award Gewinnerin der Aufführung traditioneller Kompositionen genauso verpflichtet wie der Zukunft der Musik.

Sie hat bislang 28 Werke uraufgeführt – Unsuk Chin, Sebastian Currier, Henri Dutilleux, Sofia Gubaidulina, Witold Lutoslawski, Norbert Moret, Krzysztof Penderecki, Sir André Previn, Wolfgang Rihm, Jörg Widmann und John Williams haben für Anne-Sophie Mutter komponiert. Darüber hinaus widmet sie sich zahlreichen Benefizprojekten und der Förderung musikalischen Spitzennachwuchses: Im Herbst 1997 gründete sie den „Freundeskreis Anne-Sophie Mutter Stiftung e.V.“, dem 2008 die Anne-Sophie Mutter Stiftung zur Seite gestellt wurde. Im Rahmen dieser beiden gemeinnützigen Institutionen werden die Stipendiaten nach ihren individuellen Bedürfnissen unterstützt. Und seit 2011 teilt Anne-Sophie Mutter regelmäßig das Rampenlicht mit ihrem Stipendiaten-Ensemble „Mutter’s Virtuosi“.

Anne-Sophie Mutters Konzertkalender 2020 mit Auftritten in Asien, Europa und Nordamerika spiegelt erneut die musikalische Vielseitigkeit der Violinistin und ihren beispiellosen Rang in der Welt der klassischen Musik wider. Im Rahmen des Beethoven Jahres rückt die Geigerin Violinwerke ins Scheinwerferlicht, die Beethoven unsterblich machen. Dabei führt sie vier verschiedene Programme auf: Neben dem Beethoven Violinkonzert, das sie mit den Violinromanzen verbindet, bilden das Tripelkonzert sowie die Violinromanze Nr. 2 F-Dur, op. 50 einen zweiten Schwerpunkt. Ein weiteres Beethoven-Programm setzt sich aus den Violinsonaten Nr. 4 in a-Moll op. 23, Nr. 5 in F-Dur op. 24 („Frühlingssonate“) sowie Nr. 9 in A-Dur op. 47 („Kreutzer-Sonate“) zusammen. Das vierte Programm im Jubiläums-Jahr umfasst das Streichtrio c-moll op. 9 sowie das Streichquartett Es-Dur, op. 74 („Harfenquartett”) – die Brücke vom Avantgardisten der 1790er Jahre in die Gegenwart schlägt bei diesen Konzerten das neue Streichquartett „Studie über Beethoven“ von Jörg Widmann, das von Anne-Sophie Mutter beauftragt wurde und ihr gewidmet ist. Dieses neue Werk wurde am 22. Februar 2020 in Tokio uraufgeführt.

Konzerte und musikalische Partner 2020

Mit dem Adagio aus Johann Sebastian Bachs Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo E-Dur, BWV 1042 startete Anne-Sophie Mutter am 5. Januar in das Jahr 2020: Die Wiener Philharmoniker feierten 150 Jahre Musikvereinsgebäude – das Jubiläumskonzert leitet Semyon Bychkov.

Am 18. und 19. Januar war erstmals in Europa das „Across the Stars“ Programm live mit John Williams am Pult zu hören: In Wien dirigierte der mehrfache Oscar-Preisträgers einige seiner herausragendsten Werke. Bei dem Konzert mit den Wiener Philharmonikern erklangen u.a. Stücke aus Star Wars, Schindlers Liste, Die Geisha, Harry Potter, Dracula sowie München. Den Großteil der Kompositionen hat Williams im Rahmen des „Across the Stars“ Projektes neu für Anne-Sophie Mutter arrangiert. Im August 2019 erschien die CD-Einspielung von Mutter und Williams dieses neuen und in dieser Form zuvor ungehörten Repertoires.

Am 21. Januar begann Mutter ihre Beethoven Jubiläums-Konzerte 2020 in den USA mit Rezital-Abenden. An ihrer Seite: Lambert Orkis. Die Konzerte mit den Violinsonaten Nr. 4, 5 und 9 führten die beiden perfekt miteinander harmonierenden Musiker ins 32ste Jahr ihrer künstlerischen Zusammenarbeit. Mit dem Rezital-Programm für das Beethoven Jubeljahr gastieren Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis in China, Deutschland, Großbritannien, Japan, Österreich, Taiwan und den USA. Die Einspielung von Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis mit Beethovens Sonaten für Klavier und Violine wurde u.a. im Jahr 2000 mit einem Grammy Award ausgezeichnet. Zum Silberjubiläum der beiden Ausnahmemusiker erschien im Jahr 2014 eine Doppel-CD mit einem Querschnitt ihres umfangreichen Repertoires.

Mit insgesamt sechs derzeitigen und ehemaligen Stipendiaten ihrer Stiftung (Ye-Eun Choi, Vladimir Babeshko, Pablo Ferrández, Wei Lu, Daniel Müller-Schott und Kian Soltani), welche ihrerseits inzwischen auf eigener internationaler Karriere weltweit konzertieren, führt sie in unterschiedlichen Ensemble-Besetzungen Beethovens Streichtrios c-moll op. 9 sowie Es-Dur op.3, das Streichquartett Es-Dur, op. 74 „Harfenquartett” sowie Jörg Widmanns „Studie über Beethoven“ auf. Nach der Uraufführung am 22. Februar 2020 in Tokio ist dieses Programm in China, Deutschland, Japan, Österreich, Spanien und den USA zu hören.

Das Beethoven Violinkonzert spielt Mutter im Jubiläumsjahr erstmals am 20. Februar in Tokio: Bei der „Night of Concerto“ leitet Cristian Măcelaru das New Japan Philharmonic; im Anschluss an diesen Meilenstein des Violinrepertoires führt die Geigerin gemeinsam mit Daniel Müller-Schott (Cello) und Lambert Orkis (Piano) das Tripelkonzert auf. Auch mit diesen beiden Beethoven Programmen gastiert Mutter sowohl in Asien und Europa wie auch in Nordamerika.

Das Beethoven Violinkonzert hat die Geigerin sowohl mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern als auch mit Kurt Masur und dem New York Philharmonic Orchestra eingespielt. Ihre musikalischen Partner bei diesem Repertoire sind 2020 u.a. das Orchestre symphonique de Montréal unter Cristian Măcelaru, das National China Philharmonic Orchestra mit Manfred Honeck, das Danish National Symphony Orchestra unter der Leitung von Fabio Luisi, das London Symphony Orchestra unter Manfred Honeck oder The MET Orchestra, dirigiert von Yannick Nézet-Séguin.

Das Beethoven Tripelkonzert führt Mutter ebenfalls in verschiedenen Besetzungen der Extraklasse auf. Ihre solistischen Partner am Klavier: Daniel Barenboim, Yefim Bronfman, Khatia Buniatishvili, Lambert Orkis, Lauma Skride und Daniil Trifonov. Am Cello kommen beim Tripelkonzert mit ihr auf die Bühne: Pablo Ferrández, Lynn Harrell, Maximilian Hornung, Yo-Yo Ma, Daniel Müller-Schott und Kian Soltani.

Diskografie

Für ihre zahlreichen Plattenaufnahmen erhielt Anne-Sophie Mutter unter anderem vier Grammies®, neun Auszeichnungen mit dem Echo Klassik, den Deutschen Schallplattenpreis, den Record Academy Prize, den Grand Prix du Disque und den Internationalen Schallplattenpreis.

Anlässlich Wolfgang Amadeus Mozarts 250. Geburtstag legte Anne-Sophie Mutter 2006 neue Aufnahmen mit Werken sämtlicher wichtiger Kompositionen Mozarts für Violine vor.

2008 erschien ihre Einspielung des Gubaidulina Violinkonzertes „In tempus praesens“ sowie der Bach Violinkonzerte in a-Moll und E-Dur.

Zum Mendelssohn Gedenkjahr 2009 würdigte Anne-Sophie Mutter den Komponisten mit einer sehr persönlichen Hommage, bei der sich Solo-Konzertrepertoire und Kammermusik auf CD und DVD vereinen: Die Violinsonate in F-Dur von 1838, das ein Jahr später vollendete Klaviertrio in d-Moll und das Violinkonzert e-Moll von 1845.

2010 erschien Anne-Sophie Mutters Einspielung der Brahms Violinsonaten mit Lambert Orkis.

2011 legte die Deutsche Grammophon zum 35-jährigen Bühnenjubiläum eine umfassende Box mit sämtlichen DG-Einspielungen der Künstlerin, umfangreichen Dokumentationen und bisher unveröffentlichten Raritäten auf. Zeitgleich erschien ein Album mit den Weltersteinspielungen von Werken, die Wolfgang Rihm, Sebastian Currier und Krzysztof Penderecki der Geigerin gewidmet haben.

2013 veröffentliche Anne-Sophie Mutter ihre Ersteinpielung des Dvořák Violinkonzertes mit dem Dirigenten Manfred Honeck und den Berliner Philharmonikern.

2014 folgte die Doppel-CD von Mutter und Orkis zum 25-jährigen Jubiläum der Zusammenarbeit: „The Silver Album“ mit den Weltersteinspielungen von Pendereckis „La Follia“ und Previns Violinsonate Nr. 2.

Der Live-Mitschnitt „Anne-Sophie Mutter – Live from Yellow Lounge“ ihres Club-Auftritts in Berlin erschien 2015 auf CD, Vinyl, DVD und Blu-ray Disc. Dies ist die erste Liveaufnahme aus einer Yellow Lounge überhaupt. Auf dem Podium in der Neuen Heimat Berlin standen neben Anne-Sophie Mutter ihr langjähriger Klavierbegleiter Lambert Orkis sowie „Mutter’s Virtuosi“ und der Cembalist Mahan Esfahani. Das Programm umspannt drei Jahrhunderte klassischer Musik – von Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi bis zu George Gershwin und John Williams – und wurde von Anne-Sophie Mutter eigens für die Club-Abende zusammengestellt.

Um das 40-jährige Bühnenjubiläum der charismatischen Künstlerin gebührend zu würdigen, legte die Deutsche Grammophon die Doppel-CD „Mutterissimo – The Art of Anne-Sophie Mutter“ auf, die 2016 erschien. Versammelt sind die Highlights ihrer facettenreichen Diskographie – persönlich ausgewählt von Anne-Sophie Mutter selbst – und primär aus den vergangenen zwei Dekaden ihrer beeindruckenden Karriere.

2017 veröffentlichten Anne-Sophie Mutter und Daniil Trifonov ihr erstes gemeinsames Album, in dessen Mittelpunkt eines der berühmtesten Werke der klassischen Musik steht. Zusammen mit Hwayoon Lee, Maximilian Hornung und Roman Patkoló spielten sie Schuberts Klavierquintett in A-Dur ein, allgemein bekannt als „Forellenquintett“. Auf dem Programm standen außerdem Schuberts Notturno, ein meisterhaftes spätes Werk für Violine, Cello und Klavier, sowie seine Lieder Ständchen und Ave Maria in Arrangements für Violine und Klavier.

Zum 85. Geburtstag von Krzysztof Penderecki erschien bei Deutsche Grammophon 2018 ein Doppelalbum mit allen Werken Pendereckis, die er Anne-Sophie Mutter gewidmet hat, darunter auch ihre Ersteinspielung der „Sonate für Violine und Klavier Nr. 2“: eine feinsinnige und berührende Hommage der Geigerin an ihren musikalischen Freund und Weggefährten.

Ebenfalls 2018 brachte die Deutsche Grammophon zum 40. Jubiläum von Anne-Sophie Mutters erster Einspielung ihre frühesten Solokonzert-Aufnahmen in der Deluxe-Hardcover-Edition „The Early Years“ heraus – mit den Violinkonzerten von Mozart (Nr. 3 und 5), Beethoven, Bruch und Mendelssohn. Durch das neue, hochauflösende Audioformat 2.0 24bit/192kHz rückt die Geigerin dabei hautnah an die Hörerinnen und Hörer heran.

Im August 2019 erschien mit „Across The Stars“ ihr Album mit einigen der herausragendsten Werke des Komponisten und mehrfachen Oscar®-Preisträgers John Williams, den Großteil der eingespielten Stücke hat Williams speziell für sie adaptiert.

Anne-Sophie Mutter, Yo-Yo Ma und Daniel Barenboim legen anlässlich Beethovens 250. Geburtstag eine gemeinsame Aufnahme des Tripelkonzertes. Das Album feiert auch 20 Jahre West-Eastern Divan Orchestra. Es wurde am 8. Mai 2020 veröffentlicht, 40 Jahre nach der legendären Einspielung des Tripelkonzertes mit Anne-Sophie Mutter und Yo-Yo Ma unter Herbert von Karajan.

Im August 2020 folgte „John Williams in Vienna“: Der legendäre amerikanische Filmkomponist dirigierte im Januar 2020 erstmals die Wiener Philharmoniker; die Aufnahme dokumentiert diesen historischen Auftritt mit Meilensteinen der Filmgeschichte. Anne-Sophie Mutter spielte für das Publikum im Musikverein eine Auswahl der virtuosen Adaptionen, die Williams eigens für sie geschrieben hat, darunter „Hedwig’s Theme“ aus Harry Potter, „Devil’s Dance“ aus Die Hexen von Eastwick und das Thema aus Sabrina.

Benefizkonzerte

Wichtig ist für Anne-Sophie Mutter auch die Arbeit an medizinischen und sozialen Problemen unserer Zeit. Sie unterstützt diese Anliegen durch regelmäßige Benefizkonzerte. So spielte sie 2019 beispielsweise für die Projekte von Save the Children im Jemen. 2020 gibt sie zwei Benefizkonzerte: Für die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ sowie für das Beethoven-Haus Bonn. Das im März vorgesehene Benefizkonzert für die Londoner Hilfsorganisation „Crisis“, die Obdachlose unterstützt, musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Auszeichnungen

Am 16. Oktober 2019 wurde Anne-Sophie Mutter mit dem Praemium Imperiale in der Kategorie Musik ausgezeichnet; im Juni erhielt sie den Polar-Musikpreis. Polen verlieh ihr 2018 als erste deutsche Künstlerin die Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste in Gold. Im Februar 2018 wurde die Geigerin zum Ehrenmitglied der Accademia Nazionale di Santa Cecilia ernannt. Rumänien verlieh Anne-Sophie Mutter im November 2017 den Kulturverdienstorden im Rang eines Großoffiziers; im gleichen Monat ehrte sie Frankreich mit der Verleihung der Insignien eines Kommandeurs im französischen Orden der Künste und der Literatur. Im Dezember 2016 zeichnete sie das spanische Ministerium für Bildung, Kultur und Sport mit der „Medalla de oro al Mérito en las Bellas Artes“ aus. Im Januar 2015 wurde Anne-Sophie Mutter zum Honorary Fellow des Keble College der University of Oxford ernannt. Im Oktober 2013 wurde sie ausländisches Ehrenmitglied der American Academy of Arts & Sciences, nachdem sie im Januar mit dem Orden der Lutoslawski Gesellschaft (Warschau) ausgezeichnet worden war. 2012 verlieh ihr der Atlantic Council den Distinguished Artistic Leadership Award. 2011 erhielt sie den Brahms-Preis sowie für ihr soziales Engagement den Erich-Fromm-Preis und den Gustav-Adolf-Preis. 2010 verlieh ihr die Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens in Trondheim die Ehrendoktorwürde; 2009 wurde sie mit dem Europäischen St. Ullrichs Preis sowie dem Cristobal Gabarron Award ausgezeichnet. 2008 erhielt Anne-Sophie Mutter den internationalen Ernst von Siemens Musikpreis sowie den Leipziger Mendelssohn Preis.

Die Geigerin ist Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes, des französischen Ordens der Ehrenlegion, des Bayerischen Verdienstordens, des Großen Österreichischen Ehrenzeichens sowie zahlreicher weiterer Auszeichnungen.

Aktualisierung 1. Oktober 2020

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